Günther Jauch zitiert aus dem „letzten Brief“ von Udo Reiter

Das letzte Mal rief Günther Jauch am 19. Januar in der ARD zu einer Gesprächsrunde zum Thema Sterbehilfe. Da war Udo Reiter, langjähriger Intendant des MDR, noch selbst Studiogast der Talkrunde und plädierte für das Recht auf selbstbestimmtes Sterben (s.a. Sz vom 21./22.12 2013).
Dieses Recht hat er für sich inzwischen in Anspruch genommen. Seine Selbsttötung war Anlass genug für Günther Jauch, eine erneute Runde zum in Deutschland leidigen Thema der aktiven Sterbehilfe ins Leben zu rufen.
Ob die Talkrunde in der ARD und die Besprechung der Sendung in Spiegel online wirklich helfen, bei den Autoritäten aus Politik, Medizin, Kirche und Showbusiness endlich ein wirkliches Umdenken in Gang zu setzen bleibt zu bezweifeln.
Respekt gehört den Menschen, die alleine gelassen von ihrer Familie und der Gesellschaft eine oft verzweifelte, schmerzhafte Zeit zum Ende ihres Lebens durchmachen und durchmachen müssen, weil ihr tiefster Wunsch kein Gehör findet bei denen, die Dogmen über Aufklärung stellen, die Unmündigkeit propagieren und Selbstbestimmtheit des Einzelnen verneinen. Udo Reiter war da anders. Deswegen gehören ihm Respekt und Dank.
BUCH10392Ein selbstbestimmtes Lebensende stand zu allen Zeiten und Kulturen zur Diskussion. Der römische Staatsmann und Philosoph Seneca schrieb: „Die Vernunft rät uns, wenn es angeht, nach unserer Wahl zu sterben.“ Jean Paul Sartre war anderer Meinung: „Der Selbstmord ist eine Absurdität, die mein Leben im Absurden untergehen lässt.“ Jean Améry sprach sich wiederum für den Freitod als “ein Privileg des Humanen“ aus. Nein, sagt der Psychologe James Hillman, „Selbstmord ist Tod – und der ist der Feind.“

Das Buch „EXIT – Ende gut Alles gut“ ist ein umfassendes Basiswerk für eine verantwortliche Meinungsbildung und Diskussion, die vor allem in Deutschland mehr denn je notwendig ist. Denn, „der Mensch sollte den Experten aus Bürokratie, Kirche und Medizin nicht das letzte Wort über seine letzten Tage, seine letzten Stunden, seinen letzten Augenblick überlassen (müssen),“ so der Autor des Buches, Klaus Kamphausen.
Sein Buch fasst zusammen und gibt einen Überblick.